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Krypto-Konten eingefroren: Das undurchsichtige Bankennetzwerk von Tether

Дата публикации: 26-09-2026 11:05:31

Der Zugang zum traditionellen Bankensystem ist für Krypto-Unternehmen mit Hürden verbunden. Wenn etablierte Akteure auf verschleierte Umwege über Strohfirmen zurückgreifen müssen, ruft das unweigerlich die Ermittlungsbehörden auf den Plan.


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Das US-Justizministerium hat Finanzmittel in Millionenhöhe von Bankkonten eines Zahlungsdienstleisters beschlagnahmt, was die rechtlichen Grenzen im Kryptomarkt erneut dokumentiert. Das betroffene Unternehmen namens Capstone aus dem US-Bundesstaat Montana wickelte laut Gerichtsakten in großem Stil Transaktionen für bekannte Akteure aus der Krypto-Branche ab. Da der Bundesstaat Montana keine speziellen Lizenzen für Geldtransfers vorschreibt, konnte das Unternehmen zunächst operieren, ohne die üblichen Auflagen erfüllen zu müssen.

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Wie die Financial Times (hinter Paywall) berichtet, reichten die Behörden in Kalifornien nun eine weitreichende Zivilklage auf Vermögenseinzug ein. Die Ermittler:innen froren in diesem Zuge rund 84 Millionen US-Dollar auf verschiedenen Geschäftskonten bei den großen US-Banken Wells Fargo mit Sitz in San Francisco sowie JPMorgan Chase in New York City ein. Vorausgegangen war eine Durchsuchung durch die US-Bundespolizei FBI in den Wohnräumen der Capstone-Betreiber in der Stadt Sacramento im US-Bundesstaat Kalifornien.

Betrugsmasche bei JPMorgan und Wells Fargo

Den Gerichtsunterlagen zufolge war Capstone in ein weitreichendes Betrugsnetzwerk verwickelt, das gezielt ältere Menschen in den Vereinigten Staaten täuschte. Unbekannte Täter:innen kontaktierten die Opfer zunächst im Namen von Kreditkartenunternehmen und gaben anschließend am Telefon vor, als Angestellte des FBI angebliche Geldwäscheaktivitäten zu untersuchen. Sie überredeten die Betroffenen zu Überweisungen auf die Konten von Capstone, welche der Dienstleister anschließend innerhalb eines Tages in die Kryptowährung Tether umtauschte und an Adressen im Ausland verschickte.

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Um den Zugang zum US-Bankensystem zu erhalten und die Konten zu eröffnen, verschleierte Capstone seine tatsächlichen Geschäftsaktivitäten von Beginn an. Die Betreiber:innen gaben gegenüber den Finanzinstituten an, ein reines IT-Unternehmen zu führen, da Banken technologische Dienstleister bei Routineprüfungen auf Geldwäsche weniger strikt kontrollieren als reguläre Zahlungsabwickler. Erst als der New Yorker Bank Citi Auffälligkeiten auf den Konten auffielen, verlegte Capstone rund 65 Millionen Dollar zu Wells Fargo, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Die Verflechtung von Tether und EQIBank

Das Krypto-Unternehmen Tether mit rechtlichem Sitz in El Salvador geriet über den Umweg einer Offshore-Bank als indirekter Kunde in den Fokus der behördlichen Ermittlungen. Tether nutzt für seine Bankgeschäfte die EQIBank im karibischen Inselstaat Dominica, welche wiederum den Dienstleister Capstone beauftragte, um Zahlungen im US-Dollar-Raum abwickeln zu können. Nach Angaben der EQIBank nutzen Banken in kleinen Gerichtsbarkeiten häufig solche Vermittler, da große US-Banken Konten für Krypto-Unternehmen oft pauschal ablehnen.

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Zwischen März und Dezember 2025 flossen über 700 Millionen Dollar durch die Capstone-Konten bei Wells Fargo, wovon ein Großteil an Entitäten im Namen von Tether und der Schwester-Kryptobörse Bitfinex ausbezahlt wurde. Die beiden Unternehmen erklärten in einer Stellungnahme, sie seien lediglich Kunden der EQIBank und hätten zu keinem Zeitpunkt Kenntnis von den illegalen Aktivitäten des Dienstleisters gehabt. Auch die EQIBank wehrt sich gegen die Beschlagnahmung und argumentiert vor Gericht, von Capstone über die fehlenden Lizenzen getäuscht worden zu sein.

Fehlende Bankzugänge für den Kryptomarkt

Der Fall dokumentiert das andauernde Strukturproblem großer Krypto-Akteure, die auf dem traditionellen Finanzmarkt keine direkten Bankkonten bei etablierten Instituten erhalten. Obwohl Tether Reserven in Form von US-Staatsanleihen im Wert von 140 Milliarden Dollar verwaltet, ist das Unternehmen für grundlegende Transaktionen auf verschachtelte Netzwerke von Drittanbietern angewiesen. Diese mangelnde Integration in das regulierte Bankensystem führt dazu, dass die Geschäftsprozesse mit unregulierten Zahlungsströmen vermischt werden.

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Wie Futurism ausführt, unternahm Tether weitreichende Versuche, diese Isolation im Bankensektor zu durchbrechen und direktere Partnerschaften aufzubauen. Das Unternehmen investierte über Berater Kapital in die EQIBank und stellte vertraglich weitere Mittel in Aussicht, falls die Bank ein Konto bei der Development Bank of Singapore für Tether vermitteln könne. Ein solches Konto hätte dem Krypto-Unternehmen den direkten Zugang zu asiatischen und globalen Finanzmärkten ermöglicht.

Dieses Vorhaben scheiterte jedoch, da die Bank in Singapur nach eigenen Angaben jegliche Assoziation mit unregulierten Geldern ablehnt und mitteilte, man habe „niemals Interesse an einer Assoziation mit illegalen Geldern oder unangemessenen Geschäften“ gehabt. Wie die Nachrichtenagentur Reuters den rechtlichen Stand zusammenfasst, richten sich die juristischen Vorwürfe des US-Justizministeriums ausschließlich gegen Capstone, während den involvierten Krypto-Firmen kein formelles Fehlverhalten vorgeworfen wird. Dennoch wurden im Zuge der Maßnahmen auch Tether-Token im Wert von rund 1,2 Millionen Dollar durch die Behörden beschlagnahmt, was die anhaltenden operativen Risiken für das Unternehmen aufzeigt.

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Классификация: Экономика. Схожих патентов: 0. Схожих новостей: 10. Тональность: 0. Информативность: 14.17. Источник: t3n.de.