Das US-Außenministerium bemüht sich um Distanzierung von Äußerungen des US-Botschafters in China über mögliche Waffenlieferungen an das Land. Der US-Präsident kompliziert die Angelegenheit.
29.09.2026 · 02:35 Uhr
US-Präsident Donald Trump äußert sich widersprüchlich über ein angebliches Angebot an China.
Foto: AP Photo/Alex Brandon/Alex BrandonWashington · Das US-Außenministerium bemüht sich um Distanzierung von Äußerungen des US-Botschafters in China über mögliche Waffenlieferungen an das Land. Der US-Präsident kompliziert die Angelegenheit.
Perdue hatte am Sonntag erklärt, US-Präsident Donald Trump habe den chinesischen Präsidenten Xi Jinping gefragt, ob dieser US-Waffen kaufen wolle. Ein solches Angebot würde die seit Jahrzehnten geltende US-Politik gegenüber China und Taiwan grundlegend verändern und US-Technologie einem potenziellen Gegner zugänglich machen.
Perdue sagte nicht, wann das Gespräch stattgefunden haben soll. Seine Äußerung fiel kurz nach einem Staatsbesuch Xis in Washington.
US-Präsident Donald Trump sagte auf eine Nachfrage zu Perdues Aussage in der Sendung „Fox News Sunday“ zunächst: „Davon habe ich noch nie gehört.“ Trump sagte am Montag, er müsse Perdue auf dessen Aussage ansprechen. Zugleich mutmaßte der 80-Jährige gegenüber einem Reporter, der Botschafter habe vermutlich einen Waffenverkauf an Taiwan gemeint und nicht an China.
Trump sagte, dass China wahrscheinlich gerne US-Militärausrüstung kaufen würde, die seiner Ansicht nach überlegen sei. „Vielleicht ist es also eine gute Idee“, sagte er. „Aber wir haben nicht darüber gesprochen. Möglicherweise sprach er von Taiwan. Ich glaube, er sprach wahrscheinlich von Taiwan.“
China betrachtet die demokratische und selbstverwaltete Insel als abtrünnige Provinz, die notfalls mit militärischer Gewalt wieder mit dem Festland vereint werden soll. Washington erkennt Taiwan zwar nicht offiziell an, ein US-Gesetz verpflichtet Washington jedoch, Taiwan Waffen zu dessen Verteidigung bereitzustellen.
Während seines Besuchs in Washington hatte Xi nach Angaben aus Peking seine Warnung wiederholt, dass Trump bei Taiwan „Vorsicht“ walten lassen solle. Er forderte die USA zudem auf, sich ausdrücklich gegen eine Unabhängigkeit Taiwans zu stellen. Trump bestätigte die Angaben dagegen nicht.
Mit Taiwan hatten die USA im Dezember einen Rüstungsvertrag im Umfang von elf Milliarden Dollar (gut neun Milliarden Euro) verkündet. China ist die Vereinbarung ein Dorn im Auge. Im Mai legte die US-Regierung dann einen anderen Rüstungsdeal mit Taiwan im Umfang von 14 Milliarden Dollar auf Eis. Trump bezeichnete ihn als „sehr gutes Verhandlungsargument“ gegenüber China. Dies weckte Befürchtungen, die Sicherheit Taiwans könne zum Spielball zwischen den Großmächten werden.
Gegen China hatten die USA in den 1990er Jahren ein Waffenembargo verhängt. Grund war die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Pekinger Tiananmen-Platz 1989.
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