Der rechtsnationalistische Vize-Regierungschef der Slowakei hat ein Misstrauensvotum verloren: Gegen Tomas Tarabas stimmte die eigene Partei. Der umstrittene Ministerpräsident Fico reagierte mit einer Ankündigung.
30.09.2026 · 03:53 Uhr
Regierungskrise in der Slowakei: Ministerpräsident Robert Fico (Archivfoto) hat den Vize-Regierungschef Tomas Taraba verloren.
Foto: dpa/Deml OndøejBratislava · Der rechtsnationalistische Vize-Regierungschef der Slowakei hat ein Misstrauensvotum verloren: Gegen Tomas Tarabas stimmte die eigene Partei. Der umstrittene Ministerpräsident Fico reagierte mit einer Ankündigung.
In der Slowakei hat Vize-Regierungschef Tomas Taraba eine Vertrauensabstimmung im Parlament verloren. Selbst seine eigene rechtsnationalistische SNS-Partei, einer der Koalitionspartner von Ministerpräsident Robert Fico, stimmte am Dienstag gemeinsam mit der Opposition für die Absetzung des bisherigen Umweltministers. Angesichts der äußerst knappen Mehrheit seiner Koalition im Parlament kündigte Fico für Mittwoch eine Sitzung seiner Partei Smer an, um „über die nächsten Schritte zu entscheiden“.
Fico steht seit 2023 an der Spitze einer nationalistischen Drei-Parteien-Koalition, die im Parlament über eine hauchdünne Mehrheit von drei Sitzen verfügt. Das Misstrauensvotum gegen seinen Vize Taraba dürfte Ficos Regierung nun weiter schwächen.
Wegen der internen Konflikte beim kleineren Koalitionspartner SNS hatte Fico vergangene Woche die Möglichkeit vorgezogener Neuwahlen ins Spiel gebracht. Taraba hatte zuvor angedeutet, dass er gemeinsam mit anderen Abgeordneten eine neue Oppositionsgruppe bilden könnte - wodurch Ficos Regierung ihre Mehrheit im Parlament einzubüßen droht.
Fico schert insbesondere mit seiner Ukraine-Politik immer wieder aus den Reihen der EU aus. So pflegt der slowakische Ministerpräsident als einer der wenigen Regierungschefs der EU gute Kontakte nach Moskau und steht Sanktionen gegen Russland skeptisch gegenüber. Die Slowakei ist seit 2004 Mitglied der EU und der Nato.
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