Seit seinem Ausscheiden aus der Politik tritt Christian Lindner unter anderem als Investor in Erscheinung und hat dabei besonders Fintechs im Blick. Nach seinem Einstieg beim Berliner Start-up Limetax steckt der Ex-Finanzminister nun Geld in das Frankfurter Unternehmen Ginmon.
Der ehemalige Finanzminister der Ampelkoalition, Christina Lindner (47), steigt beim Frankfurter Fintech Ginmon ein. Das gab das Unternehmen in einer Pressemitteilung bekannt. Es handele sich um eine Investition „im fünfstelligen Bereich“, sagte Lindner dem „Handelsblatt“ .
Ginmon bezeichnet sich selbst als „Frankfurter Technologieunternehmen“, es entwickelt digitale Infrastruktur für Investment- und Vorsorgelösungen. Zu den Kunden der Firma zählen neben Banken und Finanzdienstleistern auch Privatkunden. Insgesamt verwaltet die Gruppe eigenen Angaben zufolge mehr als 500 Millionen Euro Kundenvermögen von knapp 100.000 Kunden.
Dass Lindner ausgerechnet jetzt einsteigt, liegt an der Einführung des Altersvorsorgedepots ab Anfang Januar. Damit werden Investitionen am Kapitalmarkt für die private Altersvorsorge staatlich gefördert, die im März verabschiedete Lösung soll die Riester-Rente ersetzen.
Ginmon sieht im Altersvorsorgedepot eine Wachstumschance. „Mit dem Altersvorsorgedepot entsteht ab 2027 ein neuer Markt für kapitalmarktbasierte Vorsorgelösungen“, heißt es in der Mitteilung zum Lindner-Einstieg. „Für Ginmon eröffnet sich damit ein zusätzlicher Anwendungsbereich seiner White-Label-Infrastruktur.“ Diese Infrastruktur soll für Banken und andere Finanzdienstleister digitale Angebote für das Altersvorsorgedepot entwickeln und ihren Kunden unter eigener Marke zur Verfügung stellen.
„Mit dem Altersvorsorgedepot wird Kapitalmarktinvestment für die private Altersvorsorge erheblich an Bedeutung gewinnen. Entscheidend ist jetzt, dass daraus attraktive, kosteneffiziente und digitale Angebote für möglichst viele Menschen entstehen“, sagte Lindner. „Genau an dieser Schnittstelle von Kapitalmarkt und Technologie sehe ich für Ginmon erhebliches Potenzial.“
Lindner wollte die Kapitalmarktrente als Finanzminister selbst einführenAls Finanzminister hatte Lindner selbst ein Altersvorsorgedepot angestoßen. Sein Gesetzentwurf scheiterte jedoch nach dem Bruch der Ampelkoalition im November 2024. Das von der aktuellen Bundesregierung geplante Modell greift seinen Ansatz teilweise auf, unterscheidet sich aber in einigen Punkten.
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