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Radfahren mit Hund: So wird er fit, gesund und glücklich

Дата публикации: 15-09-2026 02:34:18

Gemeinsam die Bewegung genießen, den Wind um die Nase wehen lassen, während die Leine locker durchhängt: So stellt man sich das perfekte Radfahren mit Hund vor. Aber wie bekommt man das hin?

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Radfahren mit Hund: So wird er fit, gesund und glücklich

Stand: 15.09.2026, 09:45 Uhr

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Eine Frau fährt Fahrrad mit einem Hund

Mehr als Gassigehen: Radfahren bietet Hunden eine Möglichkeit, sich auszupowern. © Frank Rumpenhorst/dpa-tmn

Gemeinsam die Bewegung genießen, den Wind um die Nase wehen lassen, während die Leine locker durchhängt: So stellt man sich das perfekte Radfahren mit Hund vor. Aber wie bekommt man das hin?

Täglich mit seinem Hund nur an der Leine um den gleichen Block trotten? Das ist nicht nur sehr langweilig. Es widerspricht auch seiner Natur und kann unter Umständen auf Dauer seiner Gesundheit schaden.

„Insbesondere für mittelgroße und große Hunde ist das tägliche Gassigehen viel zu wenig Bewegung!“, sagt Tierphysiotherapeutin Ana Claret gegenüber der dpa. Ihr Tipp, um den Vierbeiner auszulasten und sein Herz-Kreislauf-System zu stärken: Radfahren mit Hund – natürlich unter gewissen Voraussetzungen.

Welche Hunde eignen sich fürs Radfahren?

„Alle Hunde ab mittlerer Größe, etwa ab 40 Zentimeter Schulterhöhe wie ein Foxterrier!“, so Claret. Denn: Geht man mit diesen Hunden immer nur an der Leine, können sie nicht traben, da sie einfach zu groß sind beziehungsweise der Mensch zu langsam ist.

Zudem dürfen viele Hunde heute kaum noch ohne Leine laufen – entweder weil sie in der Stadt sind oder nicht hören. Mini-Rassen wie Chihuahuas traben durch ihre kurzen Beine automatisch auch beim Schritttempo neben ihren Menschen her. Sie brauchen das Radfahren nicht als Herz-Kreislauf-Training.

Wichtig sei dieser Bewegungsablauf zudem für das Muskel- und auch das Koordinationstraining.

Was sind K.-o.-Kriterien?

„Kleine Rassen wie Zwergdackel oder Yorkshire-Terrier sind dafür nicht geeignet“, meint Hundesportlerin und Fachbuchautorin Ines Schilling („Fahrradfahren mit Hund“). Gleiches gelte für den Mops oder die Bulldogge. Für all diese Hunde sei ein Fahrradkorb die bessere Transportform.

Auch Gesundheitsprobleme sind ein Ausschlusskriterium: Ist der Hund von seinem Herz-Kreislauf-System her nicht fit, muss man sich Ana Claret zufolge verhalten wie beim Herzsport für den Menschen. Auch diese Vierbeiner sollten sich gut bewegen, aber ganz gezielt, langsam und vorsichtig. Gehen oder Walken ist dann besser geeignet.

Was ist bei Gelenkproblemen?

Ganz genau hinschauen sollte man auch bei Hunden mit HD (Hüftdysplasie) und ED (Ellbogendysplasie) und sämtlichen Arthrose-Formen. „Man weiß zwar heute, dass man auch bei Arthrose ganz dringend Bewegung braucht, aber es kommt immer auf den Grad der Erkrankung an“, sagt Claret.

Für den Muskelaufbau sei es wichtig, spezifisch und moderat mit der Bewegung anzufangen, diese dann langsam anzupassen und das Tier vor allem immer wieder dabei zu beobachten. Sobald man ziehen muss und der Hund nicht mehr mitkommt, ist man der Therapeutin zufolge viel zu schnell.

Das gilt allerdings auch bei gesunden Hunden. Die meisten hätten mit dem Fahrrad ein zu hohes Tempo, so Ines Schilling. „Natürlich kommt es auch auf die Rasse an, und mittelgroße Hunde können je nach Tagestemperaturen auch mal im Galopp laufen.“ Grundsätzlich gilt aber: Der Vierbeiner soll ganz locker im Trab laufen. Schneller darf man nicht fahren.

Ab wann kann ich mit dem Training anfangen?

Bei einem Alter von unter einem Jahr sollte man den Hund nicht neben dem Fahrrad herlaufen lassen. Dafür sind die Knochen laut Ines Schilling noch nicht gut genug ausgebildet. Aber man kann bereits bei Welpen mit Übungen beginnen: Das Hauptkommando, das man ihm beibringen muss, ist das „Steh“.

Egal, was später kommt: Der Hund muss lernen, dass er stehen bleiben muss. Weder eine Katze noch hupende Autos dürfen ihn aus der Ruhe bringen. „Ich brauche am Fahrrad beide Hände am Lenker und kann nicht mehr eingreifen – wenn der Hund plötzlich an einen anderen Ort zieht, ist die Gefahr groß, dass er mich mitsamt Rad umreißt“, so Schilling.

Hilfreich ist es zudem, wenn die Hunde schon vorher auf beiden Seiten gehen können. Während die Vierbeiner beim Spaziergang üblicherweise an der linken Seite gehen, sind sie beim Radfahren grundsätzlich immer auf der straßenabgewandten – also rechten – Seite.

Auch an das Fahrrad selbst sollte man den Vierbeiner erst einmal gewöhnen und ihm zeigen, dass von ihm keine Gefahr ausgeht.

Wie baut man das Training auf?

„Am Anfang ist es auf jeden Fall sinnvoll, das Fahrrad von der linken Seite aus zu schieben, so lange, bis dein Hund verstanden hat, wo er laufen soll“, empfiehlt Ana Claret. Gerade zu Beginn sollte man sich ein ruhiges Gebiet mit wenig Ablenkung und Verkehr suchen.

Ines Schilling rät, dies alle zwei Tage zwei Wochen zu üben. Klappt das gut und der Hund zeigt keine Unsicherheiten, kann man auch mal 300 Meter fahren. Wichtig ist, das Tier genau zu beobachten, sprich: Lässt er sich ablenken? Kommen wir auch an Spaziergängern vorbei oder an lauten Geräuschen?

Und natürlich sollte man mit kurzen Sessions starten und die Anforderung der psychischen und körperlichen Belastungsgrenze des Hundes anpassen. „Der soll nicht um sein Leben rennen müssen und die Zunge soll nicht am Boden hängen“, so Claret.

Bei 18 Grad muss Schluss sein

Neben dem Tempo ist dafür natürlich die Außentemperatur entscheidend. Ab etwa 15, spätestens 18 Grad fährt man Ines Schilling zufolge nicht mehr mit dem Fahrrad. Die Gefahr eines Hitzschlags ist viel zu groß. Auch die hohe Asphalttemperatur vergrößert die Gefahr. Im Sommer gilt: Am besten nur morgens, wenn es noch kühl ist, den Hund ans Rad nehmen.

Verpflegung für unterwegs?

Auch bei Fahrradtouren sollte man Wasser für seinen Vierbeiner dabeihaben und eine Pause einlegen. Leckerchen für zwischendurch sind natürlich willkommen. Große Mengen Futter sollte man dem Hund allerdings zwischendurch nicht geben, so Ines Schilling.

Auch sollte man ihn vorher nicht füttern und keinesfalls mit vollem Magen loslaufen lassen. „Gerade bei größeren Rassen ist die Gefahr einer Magendrehung dann enorm“, warnt Schilling. Alternativ kann man seinem Vierbeiner etwas Hundebrühe – also Wasser mit etwas Hühnerbrühe – geben. Das macht man dann aber etwa eine bis eineinhalb Stunden vor dem Start.

Wie hoch ist der Spaß-Faktor?

„Für beide sehr hoch!“, so die Expertinnen. „Hunde sind happy, wenn sie etwas mit ihrem Rudel machen können“, sagt Ana Claret. „Und es stärkt die Beziehung zum Hund unheimlich, und er lernt, auf mich zu hören und auf mich zu schauen – das ist ein Riesenunterschied, als wenn ich ihn aus dem Haus schleife und nur um den Block zerre.“

Auch Ines Schilling bestätigt das: „Zusammen Radfahren ist wie zusammen jagen: Es aktiviert den Hund viel mehr, als nur zusammen spazieren zu gehen, und die Hund-Mensch-Verbindung ist eine ganz andere.“ Wenn man mit ihm Fahrrad fahre, habe man etwas Gemeinsames, was einen verbinde: „Das ist für unsere Beziehung viel besser, als wenn ich ihn auf der Hundewiese mit fünf anderen Hunden toben lasse.“

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