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Verbündete werden zu Vasallen - die USA unter Trump erinnern an China unter Xi

Дата публикации: 24-09-2026 09:50:45

China hat keine Verbündeten – nur Vasallen und nervöse Nachbarn. Unter Trump nähert sich Amerika diesem Modell gefährlich an.

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Stand: 24.09.2026, 11:50 Uhr

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China hat keine Verbündeten – nur Vasallen und nervöse Nachbarn. Unter Trump nähert sich Amerika diesem Modell gefährlich an.

Washington, D.C. – Von China heißt es, es habe „keine Verbündeten, sondern nur Vasallenstaaten und nervöse Nachbarn“. Diese Formulierung verwenden Beobachter internationaler Politik immer wieder, in unterschiedlichen Varianten, um zu verdeutlichen, wie Peking in seinem jüngeren (wenn auch längst nicht mehr ganz neuen) Status als Supermacht das Verhältnis zu anderen Nationen versteht. Die „nervösen Nachbarn“ sind selbstverständlich Taiwan, aber auch Japan und Südkorea, die sich alles andere als sicher fühlen.

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Dieser Artikel von Anna Momigliano entstand in Kooperation mit Corriere della Sera.

Die „Vasallen“ wiederum – manche sprechen lieber von „Klientenstaaten“ oder „kleineren Partnern“ – sind das, was einem Verbündeten noch am nächsten kommt: Staaten des globalen Südens, die in der einen oder anderen Form eher mit China als mit Amerika oder Europa im Einklang stehen, enge Handelsbeziehungen mit Peking pflegen, die China aber nicht verteidigt, wenn die Lage ernst wird. Zum Beispiel das Venezuela von Maduro und das Regime der Ayatollahs im Iran. Beide Länder, im Westen als Paria angesehen, erfreuen sich (oder erfreuten sich im Fall Venezuelas) einer guten Partnerschaft mit Peking und waren Teil der bei Bedarf von China angeführten antiwestlichen Achse.

US-Präsident Trump in China

Trump hat Xi nach Washington eingeladen (Archivbild). © Evan Vucci/Pool Reuters/AP/dpa

Und dennoch: Als die Vereinigten Staaten sich in den Kopf setzten, Teheran zu bombardieren und den venezolanischen Präsidenten zu entführen, rührte Peking keinen Finger, um sie zu verteidigen. Denn, darin liegt der Kern der Sache, die „Verbündeten“ zu verteidigen – die ja in Wahrheit keine Verbündeten sind – gehört nicht zum Modus Operandi des asiatischen Giganten. Sein Supermachtmodell sieht nicht die Schaffung eines großen Bündnisses vor, etwa als Gegengewicht zur Nato, sondern eine multipolare Welt, in der jeder für sich steht und die Großen kein Interesse daran haben, für die Kleinen zu kämpfen.

Chinas Ansatz im Kontrast zum traditionellen US-Modell

Bis vor einiger Zeit wurde der chinesische Ansatz häufig dem der USA entgegengestellt, die sich über Jahrzehnte als Anführerin eines großen, kohärenten Blocks verstanden. Dieser umfasste Handelsabkommen, eine geteilte politische Vision und vor allem ein Militärbündnis, das de facto als Schutzschirm für die „kleineren Partner“ diente, die wie echte Verbündete behandelt wurden. Noch vor wenigen Monaten fasste der US-Senator Chris Coons, ein Demokrat, bei einer vom Council of Foreign Relations organisierten Debatte den Gegensatz der beiden Ansätze so zusammen: „Wir haben die Verträge. Wir haben Partner und Verbündete. China hingegen hat kein globales Netzwerk von Partnern und Verbündeten.“

Diese Gegenüberstellung funktionierte lange Zeit gut, doch inzwischen trägt sie nicht mehr. Denn in der zweiten Amtszeit von Donald Trump ist die amerikanische Außenpolitik nicht mehr das, was manche weiterhin vorgeben, sie sei. Verträge, die eingehalten werden? Verbündete, die man schützt und die einen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ebenfalls schützen? Die Weltordnung, zumindest die westliche, die sich um die Nato drehte, scheint Washington kaum noch zu interessieren.

In mancher Hinsicht nähert sich der amerikanische Ansatz immer stärker dem chinesischen an. Die USA haben viele nervöse Nachbarn; Kuba, Venezuela (und zeitweise auch Grönland) können davon berichten. Und auch die Verbündeten – man frage nur in den europäischen Hauptstädten nach – beginnen sich behandelt zu fühlen wie leicht austauschbare Partner, die man im Zweifel ohne große Skrupel fallen lassen kann.

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