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Gedenkstätte Sachsenhausen bekommt neues Besucherzentrum

Дата публикации: 23-09-2026 11:43:27



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Mehr Platz, bessere Anbindung Gedenkstätte Sachsenhausen bekommt neues Besucherzentrum

Blick auf Gebäude in der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg. (Quelle: Picture Alliance/Florian Gärtner)
Blick auf Gebäude in der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg. (Quelle: Picture Alliance/Florian Gärtner)

Das neue Bildungs- und Besucherzentrum der Gedenkstätte Sachsenhausen in Oranienburg (Oberhavel) soll 2029 eröffnet werden.

Für den rund 17 Millionen Euro teuren Neubau seien im Haushaltsentwurf des Landes für 2027 und 2028 zusätzlich rund zehn Millionen Euro aus dem "Zukunftspaket Brandenburg" vorgesehen, teilten das Kulturministerium und die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten [sachsenhausen-sbg.de] am Mittwoch mit.

Weitere drei Millionen Euro kämen aus dem Zukunftsinvestitionsfonds des Landes und vier Millionen Euro aus dem Haushalt der Stiftung, hieß es. Die Bauarbeiten für das Zentrum in der Gedenkstätte sollen 2027 beginnen und bis 2029 abgeschlossen werden.

Als erster Baustein der Neuorganisation der Verkehrs- und Besucherführung sei Anfang der Woche ein neuer Reisebusparkplatz mit 30 Stellplätzen in Betrieb genommen worden, hieß es. Auf die Verlegung des bisherigen Parkplatzes hätten sich die Gedenkstätte, die Stadt Oranienburg und eine Anwohnerinitiative 2023 verständigt. Ziel sei, die Belastungen in den Anwohnerstraßen zu reduzieren, hieß es.

Die knapp vier Millionen Euro Baukosten seien aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR bereitgestellt worden. Bisher musste am städtischen Busparkplatz aus den Reisebussen ein- und ausgestiegen werden.

Hintergrund zum KZ

Das Konzentrationslager (KZ) Sachsenhausen wurde im Sommer 1936 als Modell- und Schulungslager der SS errichtet. Die Bauarbeiten mussten aus anderen Lagern verlegte Häftlinge leisten. Am 5. September 1936 wurde das KZ offiziell in Betrieb genommen. Ab 1938 war es auch Verwaltungszentrale aller NS-Konzentrationslager.

Im Frühjahr 1942 wurde auf dem Industriehof des KZ Sachsenhausen eine Vernichtungsanlage mit Krematorium und Genickschussanlage errichtet. 1943 wurde eine Gaskammer eingebaut.

Bis zum Frühjahr 1945 waren im KZ Sachsenhausen mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Zehntausende starben an den Haftbedingungen, durch medizinische Experimente oder wurden ermordet. Um eine Befreiung der Häftlinge zu verhindern, trieb die SS im April 1945 mehr als 30.000 von ihnen auf Todesmärsche Richtung Nordwesten. Als sowjetische und polnische Soldaten am 22. April 1945 das KZ erreichten, waren dort noch rund 3.000 Menschen.

Neuer Busparkplatz bereits fertiggestellt

Das geplante Besucher- und Bildungszentrum soll künftig den neu entstandenen Busparkplatz mit dem inneren Bereich des ehemaligen Konzentrationslagers verbinden, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Dafür wurde in einem Gestaltungswettbewerb der Entwurf [la-bar.de] des Berliner Architekturbüros Lankes Koengeter in Zusammenarbeit mit den ebenfalls in Berlin ansässigen Landschaftsarchitekten von LaBar ausgewählt.

Entwurf des neuen Reisebusparkplatzes an der Gedenkstätte Sachsenhausen (Quelle: SGB/Seferens) Entwurf des neuen Reisebusparkplatzes an der Gedenkstätte Sachsenhausen (Quelle: SGB/Seferens)

Kulturministerin Manja Schüle (SPD) erklärte, die Gedenkstätte Sachsenhausen vermittle als authentischer Ort Wissen über die NS-Verbrechen. In einer Zeit, in der Geschichtsrevisionismus und Holocaustrelativierung zunähmen, sei der Ort ein "harter, steingewordener Widerspruch gegen jede Verharmlosung". Das neue Besucherzentrum leiste einen wichtigen Beitrag dazu.

Auf Youtube anschauen: Sollten alle Schüler KZ-Gedenkstätten besuchen? | rbb24 explainer

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Sendung: rbb|24, 23.09.2026, 13:43 Uhr

Audio: rbb|24, 23.09.2026, Lisa Schwesig

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