Der aus Mainz ausgeliehene Daniel Gleiber ist beim 1. FC Saarbrücken voll eingeschlagen und gehört zu den Hauptfaktoren für den guten Saisonstart. Doch wie lange bleibt der Leihspieler beim FCS?
Saarbrücken · Der aus Mainz ausgeliehene Daniel Gleiber ist beim 1. FC Saarbrücken voll eingeschlagen und gehört zu den Hauptfaktoren für den guten Saisonstart. Doch wie lange bleibt der Leihspieler beim FCS?
11.09.2026 , 19:08 Uhr
Leihspieler Daniel Gleiber hat sich mit starken Leistungen im Mittelfeld des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken festgespielt. Er kontrolliert das FCS-Geschehen auf dem Platz.
Foto: Thomas WieckEr dirigiert, bestimmt das Tempo und wird immer besser. Daniel Gleiber hat sich still und heimlich die Chefrolle im Mittelfeld des Fußball-Drittligisten 1. FC Saarbrücken geschnappt – und ist einer der Hauptfaktoren für den starken Saisonstart der Blau-Schwarzen. Beim 6:1-Auswärtssieg gegen den SV Meppen folgte sein bislang bester Auftritt. Mit zwei Vorlagen zum 1:0 und 3:1 hatte der 21-Jährige einen Bärenanteil am deutlichen Sieg. Sein Wechsel nach Saarbrücken IST bislang ein Erfolg für alle Seiten.
Im Sommer verpflichtete der FCS den Mittelfeldstrategen für ein Jahr per Leihe vom Bundesligisten FSV Mainz 05. Mainz-Sportdirektor Niko Bungert hatte die Leihe ins Saarland als „sinnvollen nächsten Schritt“ betitelt, und beim FCS betonte Sportvorstand Markus Thiele: „Daniel bringt alle Elemente mit rein, die wir haben wollen.“ Wie wichtig seine Qualitäten sind, hat Gleiber, der in Mainz noch einen Vertrag bis 2028 hat, von Beginn an unter Beweis gestellt. „Ich versuche, sowohl offensiv als auch defensiv das Spiel zu kontrollieren und somit die Verbindung von der Defensive zur Offensive zu sein. Ich bin ein Spieler, der grundsätzlich viel den Ball haben und im Mittelfeld die Partie dirigieren will“, erklärt der Linksfuß.
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Verantwortung auf dem Platz ist der 21-Jährige aus seiner Zeit bei den 05ern gewohnt. In seinen A-Jugendjahren war er Kapitän der Mainzer U19 und gewann 2023 die A-Jugend-Bundesliga mit dem Club. „In diesen zwei Jahren haben wir auf jeden Fall Geschichte geschrieben“, findet Gleiber: „Das waren für mich persönlich zwei sehr lehrreiche, auch sehr erfolgreiche und für den Verein Mainz 05 sicherlich auch ein bisschen einzigartige Jahre.“ Die 05er belohnten den gebürtigen Frankfurter für seine starken Leistungen. „Ich durfte bei mehreren Trainern auch im Profi-Training dabei sein“, erklärt Gleiber: „Ich habe von allen Coaches sehr viel gelernt, weil sie allesamt viel Erfahrung mitbringen. Aber allein im Profi-Training dabei sein zu dürfen, war für mich überragend, weil das alles echt Top-Spieler sind.“ Allen voran Nationalspieler Nadiem Amiri hat Gleiber beeindruckt: „Nadiem ist viel mehr als nur ein guter Fußballer, er ist auch ein wirklich überragender Mensch. Wenn du von so einem Spieler im Training Anweisungen, aber auch Lob bekommst, macht das natürlich was mit einem.“
Das Bundesliga-Debüt blieb Gleiber bislang noch verwehrt. Dafür durfte er im Oktober 2024 sein Profidebüt für die Mainzer im DFB-Pokal gegen Bayern München feiern. 34 Minuten stand er bei der 0:4-Niederlage auf dem Feld. Dazu kommt noch ein Einsatz in der Conferenz League. Im Oktober 2025 durfte er in der heimischen Mewa-Arena beim 1:0-Sieg gegen Zrinjski Mostar 24 Minuten ran. „Deswegen waren das natürlich die zwei größten Momente“, sagt Gleiber. Spielzeit sammelte der Mittelfeldspieler in der vergangenen Saison hauptsächlich in der Regionalliga Südwest. In 23 Spielen erzielte er drei Tore und bereitete vier weitere Treffer vor. Nun ist Gleiber das Herzstück in der Schaltzentrale von FCS-Trainer Argirios Giannikis.
Doch seine Zeit bei den Blau-Schwarzen hat ein Verfallsdatum – und das schon früher als gedacht? „Es ist ja bekannt, dass gerade bei Leihspielern die letzte Entscheidung nicht unbedingt beim Spieler, sondern dem Verein liegt. Deswegen kann ich noch nicht sagen, wie es über diese Saison hinaus mit mir weitergeht. Ich kann aber versprechen, dass ich, solange ich hier in Saarbrücken bin, Vollgas geben werde“, erklärt Gleiber. Doch ob er tatsächlich bis zum Saisonende beim FCS bleibt, wisse er noch nicht. Haben sich die 05er eine Rückhol-Klausel für den Winter gesichert?
„Da werden die Vereine dann zu gegebener Zeit unter sich sprechen müssen. Aber solange ich hier bin, beschäftigt mich das Thema überhaupt nicht“, sagt der 21-Jährige. Der FCS teilte auf Anfrage der SZ mit, sich zu Vertragsdetails nicht zu äußern. Mit seinen Leistungen hat Gleiber aber ordentlich Aufsehen erregt. So viel Aufsehen, dass die Mainzer tatsächlich daran denken könnten, ihn schon vorzeitig zurückzuholen?