Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken feiert einen Last-Minute-Sieg gegen Großaspach dank eines Treffers von Siemen Voet. Der belgische Abwehrchef des FCS erzielte damit schon sein viertes Saisontor – und wusste gar nicht, wohin mit seinen Emotionen.
Saarbrücken · Fußball-Drittligist 1. FC Saarbrücken feiert einen Last-Minute-Sieg gegen Großaspach dank eines Treffers von Siemen Voet. Der belgische Abwehrchef des FCS erzielte damit schon sein viertes Saisontor – und wusste gar nicht, wohin mit seinen Emotionen.
20.09.2026 , 15:53 Uhr
Mit weit aufgerissenen Augen und hochgezogener Hose feiert FCS-Abwehrchef Siemen Voet (Mitte) sein Siegtor in letzter Sekunde beim 2:1 gegen die SG Sonnenhof Großaspach, links jubelt Abdoulaye Kamara mit.
Foto: Andreas SchlichterWeit aufgerissene Augen, die Hände ziehen die Spielhose maximal hoch, ein Jubelschrei – an diese 97. Spielminute im Ludwigsparkstadion werden sich viele noch lange erinnern. In buchstäblich letzter Sekunde schießt Siemen Voet, Innenverteidiger des Drittligisten 1. FC Saarbrücken, sein Team am Samstag zum umjubelten 2:1-Heimsieg gegen die SG Großaspach und löst damit bei den 11.513 Fans im Park die pure Ekstase aus.
„Mit einem Tor so viele Menschen glücklich zu machen, ist Wahnsinn“, erklärte der Saarbrücker Abwehrchef: „Für mich ist das so emotional. Die Fans, die springen und singen. Das ist Leidenschaft und Emotionen – und warum man Fußball liebt.“
Dabei sahen die FCS-Fans anders als noch beim 3:3-Spektakel beim SC Preußen Münster über weite Strecken kein gutes Spiel ihrer Mannschaft. Zwar waren die Blau-Schwarzen mal wieder gut ins Spiel reingekommen, „dann aber haben wir ein bisschen die Kontrolle verloren“, analysierte Philip Fahrner. Die beste Gelegenheit: ein Kopfball von Voet, den SG-Torhüter Maximilian Reule stark parierte (4. Minute). Danach verlor der FCS zunehmend den Faden. „Wir haben gemerkt, dass uns ein bisschen Regeneration gefehlt hat nach dem sehr intensiven Spiel in Münster“, sagte FCS-Trainer Argirios Giannikis: „Wir waren zu unsauber in unseren Aktionen.“
Seine Startelf veränderte Giannikis aber nur auf zwei Positionen. Christian Kühlwetter und Fahrner ersetzten Kai Brünker und Calogero Rizzuto (beide Bank). Und der Aufsteiger aus der Regionalliga Südwest machte den Saarbrückern das Leben schwer. Der FCS biss sich an der kompakten Defensive von Großaspach die Zähne aus.
In der 32. Minute ging aber doch eine Lücke auf. Patrick Sontheimer schickte Florian Pick mit einem Steilpass. Der Kapitän traf ins Tor, doch Schiedsrichter Assad Nouhoum entschied auf Abseits. „Es war so ein Tag, an dem hätten wir das aberkannte Tor gebraucht, um Sicherheit zu bekommen“, erklärte Giannikis, der nach dem Seitenwechsel mit einem Dreifachwechsel reagierte. Brünker, Abdoulaye Kamara und Maurice Multhaup kamen für Kühlwetter, Kelsey Owusu und Daniel Gleiber ins Spiel. Doch auch danach tat sich der FCS schwer – und geriet selbstverschuldet in Rückstand. Alexander Staff missglückte ein Rückpass auf Voet so sehr, dass der Ball genau in den Füßen von Großaspachs Niklas Pollex landete. Der Offensivspieler nahm das Geschenk dankend an, blieb vor Torhüter Matteo Bignetti eiskalt und traf zur 1:0-Gästeführung (51.).
Aber die Saarbrücker bewiesen Moral. Sontheimer traf nach Doppelpass mit Brünker aus 17 Metern ins linke Eck zum verdienten 1:1-Ausgleich. Das Spiel plätscherte in der Folge so dahin. Und alles sah danach aus, als müsste sich der FCS mit einem Remis begnügen. Doch dann kam der Auftritt des torgefährlichsten Innenverteidigers der 3. Liga. Eigentlich betrug die angezeigte Nachspielzeit nur drei Minuten, wurde durch die Verletzungsunterbrechung von Großaspachs Marlon Faß aber verlängert. Der FCS bekam noch einen Eckball. Fahrner schlug die Kugel herein, Brünker legte per Kopf in die Mitte zu Voet, und der Vize-Kapitän donnerte die Kugel in die Maschen. „Der Ball kam perfekt, und ich treffe ihn – ohne nachzudenken“, ließ der Belgier den Moment Revue passieren: „Ich wollte für diese Mannschaft und diesen Verein noch ein Tor schießen.“
Auch Giannikis war erleichtert. „Wir haben uns in der Schlussphase immer weiter Chancen herausgespielt, da hat sich angedeutet, dass noch etwas gehen kann“, sagte er: „Wir haben schon Spiele nicht gewonnen, in denen wir deutlich besser agiert haben. Aber das zeigt die Moral der Mannschaft.“ Dank Voets viertem Saisontreffer steht der FCS nach nun sieben Spielen bei 13 Punkten und bleibt an den Aufstiegsrängen der Tabelle dran. Die Saarbrücker verabschieden sich trotz durchwachsener Leistung „mit vielen Emotionen“, wie Voet sagte, und einem Sieg in die lange Länderspielpause.