Die meisten Felder in Brandenburg sind abgeerntet, die Stimmung unter den Landwirten ist schlecht: Die Ernte reichte laut Landesbauernverband nicht aus, um die Kosten zu decken. Zudem hat ein sonst üblicher Gewinnbringer in diesem Jahr enttäuscht.
Erntebilanz in Brandenburg Landwirte können trotz durchschnittlicher Ernte ihre Kosten nicht decken
Der Brandenburger Landesbauernverband hat eine durchwachsene Erntebilanz gezogen: Die Landwirte in Brandenburg können nach Angaben des Verbands trotz einer mittelmäßigen Ernte in dieser Saison ihre Kosten nicht decken.
Verbandspräsident Henrik Wendorff sagte, die Preise für Saatgut, Diesel und Dünger seien wegen des Iran-Kriegs in die Höhe geschnellt, die Erzeugerpreise seien der Entwicklung aber nicht gefolgt. "Eine normale Brandenburger Ernte wie in diesem Jahr reicht nicht mehr für schwarze Zahlen auf dem Konto aus."
Insgesamt wurden laut Angaben des Verbandes 2,3 Millionen Tonnen Getreide geerntet und damit etwas mehr als im vergangenen Jahr - trotz Hitze und Trockenheit. Die Erntemengen beim Raps seien aber noch weiter eingebrochen. Dabei sei das vergangene Jahr schon das schlechteste der vergangenen 30 Jahre in der Raps-Ernte gewesen. Der Verband nennt Raps eine "Cashcow" - eine Ertragsperle.
Auch die Spargelernte sei niedriger ausgefallen als im Vorjahr: insgesamt 18.500 Tonnen oder sieben bis zehn Prozent weniger als 2025. Ein Grund sei die Trockenheit gewesen.
Der Direktor des Zentrums für Agrarlandforschung, Frank Ewert, sagte im rbb24 Inforadio, Landwirte versuchten, sich an die geänderten klimatischen Bedingungen anzupassen. Zum Beispiel werde mit Sorten experimentiert, die besser mit Hitze und Trockenheit klarkommen.
Mit Blick auf den Klimawandel sagte Verbandspräsident Wendorff, Temperaturen von über 40 Grad seien selbst bei einer angepassten Bewirtschaftung nicht abzupuffern. "Das wirft uns im global geprägten Wettbewerb zurück."
Eine weitere Sorge für die Bauern: Die Entnahme von Wasser soll in Brandenburg teurer werden. Künftig soll ein Grundwasser-Festpreis greifen, der stufenweise alle fünf Jahre um zehn Prozent steigt. Ein Kompromissvorschlag soll in der kommenden Woche ins Kabinett eingebracht werden, sagte Agrar- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt (SPD) am Donnerstag. Bisher wurden nur für sieben Prozent der genutzten Wassermenge Entgelte verlangt. Die ersten 3.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr bleiben auch dem neuen Entwurf zufolge für die Bauern frei.
In Brandenburg werden laut Statistikamt 1,28 Millionen Hektar Fläche landwirtschaftlich genutzt. Das entspricht 43,4 Prozent der Landesfläche. Im vergangenen Jahr wurden demnach 2,6 Millionen Tonnen Getreide und 5,1 Millionen Tonnen Silo- und Grünmais geerntet. Hinzu kamen 112.000 Tonnen Gemüse und 18.000 Tonnen Baumobst.
Sendung: rbb24 Brandenburg Aktuell, 27.08.2026, 19:30 Uhr
Video: rbb24 Brandenburg Aktuell, 27.08.2026, Christoph Hölscher
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