Würstchen, Tomaten, Sahne und Zwiebeln: Mehr braucht es nicht für diesen einfachen Wurstgulasch, der sofort Kindheitserinnerungen weckt.
Wurstgulasch ist ein echter Klassiker der Ost-Küche – und jeder verbindet das Gericht mit anderen Erlebnissen. Manche denken daran, dass es das Essen bei der Schulspeisung gab, bei anderen hat es Mutti gekocht. Für mich weckt Wurstgulasch Erinnerungen an lange Nachmittage im Schwimmbad. Ja, wirklich: In dem Freibad in Sachsen, in das ich mit meiner Oma als Kind immer fuhr, gab es am Imbiss Wurstgulasch mit Spirelli. Herrlich! Den Geschmack bekommt man exakt so natürlich nicht hin, aber mein einfaches Rezept kommt zumindest verdammt nah ran. Hier verrate ich Ihnen, wie ich meinen Wurstgulasch am liebsten koche. Viel Spaß beim Nachmachen!
Richtig guter Wurstgulasch braucht nur vier ZutatenVom Wurstgulasch gibt es ja ganz verschiedene Varianten. Ich habe auch schon mal eine probiert, die eher als Eintopf angelegt ist. Da werden Würstchen in Scheiben geschnitten und mit verschiedenem Gemüse gebraten – Paprikastreifen, in Scheiben geschnittene Champignons und Zwiebeln. Dann wird alles mit Tomatenmark und Brühe aufgegossen und gekocht, bis alles gar ist.
Das schmeckt super im Herbst mit einer Scheibe Brot, mit dem echten Wurstgulasch aus meiner Kindheit hat es aber nur wenig zu tun. Der braucht nur vier Zutaten: Würstchen oder Fleischwurst, passierte Tomaten, Schlagsahne und eine Zwiebel. Richtig günstig und einfach!
Ob man Würstchen nimmt oder eine Fleischwurst in Würfel schneidet, ist egal – darüber kann der eigene Geschmack entscheiden. Ich mag beides. Zum fertigen Wurstgulasch koche ich traditionell Spirelli, mit anderen Nudeln kann ich mir das einfach schwer vorstellen (wie gesagt: Schwimmbad-Erinnerungen!). Und obendrauf muss natürlich eine ordentliche Schicht geriebener Käse.
Wurstgulasch braucht etwas Zeit zum KöchelnGelernt habe ich übrigens: Auch wenn der Wurstgulasch einfach zu kochen ist, ist er nicht schnell gemacht. Man sollte ihn schon eine halbe Stunde köcheln lassen, denn der Geschmack verändert sich stark, wenn die passierten Tomaten einköcheln und dadurch die Säure etwas verfliegt. Also: Nehmen Sie sich Zeit, wenn Sie den Geschmack meiner Kindheit testen wollen!
Guten Appetit … und wenn Sie Tipps oder Ideen für den besten Wurstgulasch haben oder mir verraten wollen, was Sie mit Wurstgulasch verbinden, schreiben Sie mir eine Nachricht an wirvonhier@berlinerverlag.com. Ich freue mich sehr auf Ihre Zuschriften!
Der Wurstgulasch sollte im Topf eine ganze Weile köcheln, denn durch das Einkochen der passierten Tomaten verändert sich der Geschmack.
© Illustration: Berliner KURIER/KI
Zutaten für einfachen Wurstgulasch wie in der KindheitSie brauchen: 3 Paar Wiener Würstchen, 1 mittelgroße Zwiebel, 500 ml passierte Tomaten, 1 Becher Schlagsahne, Salz, Pfeffer und etwas Paprikapulver, etwas Öl
Zubereitung: So kochen Sie den Wurstgulasch nach meinem RezeptZuerst schälen Sie die Zwiebel, dann schneiden Sie sie in feine Würfelchen. Anschließend schneiden Sie die Wiener Würstchen in Scheiben. Erhitzen Sie dann etwas Öl in einem mittelgroßen Topf und schwitzen Sie darin die Zwiebeln erst glasig an. Dann kommen die Würstchen hinzu. Braten Sie sie etwas mit an, bis sie rundherum etwas Farbe bekommen haben, aber nicht zu dunkel sind.
Wurstgulasch mit Nudeln: Wer dieses einfache Essen nicht liebt, ist selber schuld! Hier fehlt nur noch eine ordentliche Portion geriebener Käse, damit es perfekt wird.
© Illustration: Berliner KURIER/KI
Gießen Sie dann alles mit den passierten Tomaten auf. Schnell umrühren, denn wenn der Topf richtig heiß ist, blubbert und spritzt es sehr schnell! Dann gießen Sie die Schlagsahne hinzu. Rühren Sie sie gut unter und würzen Sie die Soße mit Salz, Pfeffer und etwas Paprikapulver. Anschließend lassen Sie alles mit halb aufgelegtem Deckel unter gelegentlichem Rühren bei mittlerer Hitze köcheln – etwa 20 bis 30 Minuten sind eine gute Zeit.
In der Zwischenzeit können Sie auch die Nudeln in ausreichend Salzwasser bissfest kochen (wobei ich sie ja etwas weicher mag …) und sie abgießen. Wichtig: Nicht die Stärke abspülen, denn dann haftet die Soße nicht mehr so gut daran. Wenn der Wurstgulasch fertig ist, schmecken Sie ihn noch mal mit Salz und Pfeffer ab. Dann kann auch schon serviert werden.
Es gibt zwei Varianten. Erstens: Nudeln auf den Teller, Wurstgulasch drauf. Zweitens: Einfach alles schon im Topf vermischen. Beides geht, mir ist die erste Variante lieber. Wie auch immer Sie es machen: Nicht die satte Schicht Käse vergessen! Guten Appetit …
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