Der Fußball-Oberligist hatte vor der Saison klar das Ziel Aufstieg ausgegeben – und nach dem durchwachsenen Saisonstart nun die Konsequenzen gezogen. Julian Stöhr ist ab sofort von seinen Aufgaben entbunden. Wie es weitergeht.
21.09.2026 · 18:46 Uhr
Update | Krefeld · Der Fußball-Oberligist hatte vor der Saison klar das Ziel Aufstieg ausgegeben – und nach dem durchwachsenen Saisonstart nun die Konsequenzen gezogen. Julian Stöhr ist ab sofort von seinen Aufgaben entbunden. Wie es weitergeht.
Julian Stöhr ist nicht mehr Trainer des Fußball-Oberligisten KFC Uerdingen. Nach der 0:1-Niederlage am Samstag gegen den SV Sonsbeck waren die Verantwortlichen in die Analyse gegangen – und sind offenbar zu dem Schluss gekommen, dass die Saisonziele in Gefahr sind. Daher wurde der Coach mit sofortiger Wirkung beurlaubt.
In die Bewertung der Verantwortlichen wurde derweil nicht nur das Sonsbeck-Spiel einbezogen. Vielmehr waren die vergangenen Wochen Bestandteil der Gesamtbetrachtung. In der Vorwoche reichte es noch so gerade eben zu einem 1:1 bei ETB Essen, schon am dritten Spieltag hatte der KFC bei der 1:2-Niederlage in Baumberg Punkte liegengelassen. Insgesamt acht fehlende Punkte, die die Vereinsführung offenbar glauben lassen, das angepeilte Saisonziel nicht erreichen zu können. Aktuell rangiert der KFC mit zehn Punkten auf dem sechsten Tabellenplatz, hat bereits sechs Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Schonnebeck. Neben den Ergebnissen sei für die Entscheidung insbesondere ausschlaggebend gewesen, dass die Verantwortlichen zuletzt nicht die notwendige kontinuierliche Entwicklung und Stabilität innerhalb der Mannschaft erkennen konnten, teilt der KFC mit.
Bereits das Training am Montagabend wurde von Stöhr nicht mehr geleitet, Co-Trainer Christian Höfer übernimmt nun vorerst und wird die Mannschaft in den kommenden Tagen, möglicherweise auch Wochen, anleiten. Denn gleichzeitig teilen die Uerdinger mit, sich bei der Suche nach einem Nachfolger nicht drängen lassen zu wollen. „Die ersten Gespräche mit möglichen Nachfolgern laufen bereits. Entscheidend ist, einen Trainer zu finden, der fachlich und menschlich zum Verein sowie zum definierten Anforderungsprofil passt“, schreibt der Klub in einer Mitteilung. Gleichzeitig nehmen die Verantwortlichen aber auch die Mannschaft in die Pflicht. „Der Kader verfügt über die notwendige Qualität, um die gesteckten sportlichen Ziele zu erreichen“, heißt es vonseiten des KFC.
Stöhr hatte das Amt beim KFC Uerdingen zur Saison 2025/26 übernommen. In seiner ersten Saison führte er die komplett neuformierte Mannschaft auf den dritten Tabellenplatz in der Oberliga. „Julian hat von der ersten Minute an mit großem Engagement gearbeitet. Der verdiente Lohn war der dritte Tabellenplatz in der vergangenen Saison, mit dem die Erwartungen deutlich übertroffen wurden. Dafür und für seinen gesamten Einsatz gebührt ihm unser Dank. Gleichzeitig müssen wir die aktuelle sportliche Entwicklung nüchtern bewerten. Deshalb sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir einen neuen Impuls benötigen“, sagt Michael Nagorny, Geschäftsführer Sport.
Vorstandsvorsitzender Norbert Philipp sagt: „Wir haben vor dieser Saison sehr klar formuliert, wohin wir sportlich wollen. An diesem Anspruch hat sich nichts geändert. Die Entscheidung, den Trainer nach wenigen Spieltagen zu beurlauben, trifft man nicht leichtfertig. Gleichzeitig dürfen wir die aktuelle Entwicklung nicht ignorieren.“ Der Verein erwarte nun von Mannschaft und sportlicher Leitung eine klare Reaktion sowie eine stabilere Entwicklung.
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