Russland senkt wegen seiner Spritkrise die Kraftstoffstandards deutlich. Was für deutsche Autofahrer längst unzulässig ist, wird dort wieder erlaubt.
Russland greift wegen seiner anhaltenden Kraftstoffkrise zu einem neuen Schritt. Ab Donnerstag wird an der Petersburger Börse der Kraftstoff der Klasse Euro-3 gehandelt. Das gilt für die Sorten AI-92, AI-95 und AI-98 – sie entsprechen in ihrer Oktanzahl in etwa dem früheren deutschen Normalbenzin sowie Super 95 und Super Plus.
Die eigentliche Änderung steckt jedoch nicht in der Oktanzahl, sondern in der Kraftstoffqualität. Russland lässt mit Euro-3 wieder deutlich höhere Schwefelwerte zu als beim bisher geltenden Euro-5-Standard. Während bei Euro-5 maximal zehn Milligramm Schwefel je Kilogramm Kraftstoff zulässig sind, dürfen es bei Euro-3 bis zu 150 Milligramm sein. Das soll helfen, trotz der anhaltenden Spritkrise nach den ukrainischen Drohnenangriffen auf die Raffinerien zusätzliche Mengen bereitzustellen.