Die Nordostpassage verkürzt die Seeroute von Europa nach China. Doch Eis, Kosten und Geopolitik bremsen ihren Aufstieg zur globalen Handelsroute.
Die eurasische Landmasse nördlich zu umfahren und einen Seeweg nach China zu finden, war lange ein kühner Traum abenteuerlustiger Entdecker und Seefahrer wie Willem Barents oder Vitus Bering. Heute wird der Seeweg als echte Alternative ernst genommen. Das Eis der Arktis zieht sich zurück, China sucht neue Handelswege, Russland will seine Nordküste wirtschaftlich erschließen.
Wie diese Zeitung berichtete, startete kürzlich mit Sea Legend erstmals ein chinesisches Unternehmen einen regelmäßigen Containerdienst zwischen der Ostküste Chinas und Europa über die russische Arktisküste. Die Verbindung soll die übliche Fahrzeit von rund 40 Tagen etwa halbieren. Doch eine kürzere Strecke bedeutet nicht automatisch eine bessere Handelsroute. Entscheidend ist, ob der Seeweg wirtschaftlich und geopolitisch konkurrenzfähig wird.