Der Sommer 2026 ist heiß. Die einen freuen sich über das schöne Wetter - die anderen sorgen sich wegen Waldbränden, Ernteausfällen und Niedrigwasser. Der Philosoph Christoph Quarch ist zwiegespalten. Was ihn im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich jedoch am meisten umtreibt, ist die Ignoranz mancher Menschen.
Ein ungutes Gefühl beschleicht den Philosophen, wenn er mitbekommt, was in den "Echo-Kammern von Social-Media" geschieht. Sorgen mache ihm die Erzählung davon, dass es auch früher Hitzewellen gab und es bislang doch immer noch gut gegangen ist. "Das entspannt und fühlt sich gut an, weil man so zu denen gehört, die nicht in Panik verfallen oder auf das apokalyptische Gerede irgendwelcher Besserwisser reinfallen." Aber wer so redet, wolle in erster Linie an seinen Lebensgewohnheiten festhalten.
Im Social-Media-Zeitalter glauben viele Menschen nur noch das, was sie glauben wollen. Und sie ducken sich weg, wenn unangenehme Wahrheiten sie dazu zwingen, sich ändern zu müssen.
Hinzu komme, dass Influencer, die den menschengemachten Klimawandel leugnen, kein Interesse an der Wahrheit hätten. Sie nutzten ihre Autorität dafür, den Menschen das zu sagen, was diese gerne hören würden. "Das funktioniert aber nur, bis sich die objektive Realität beziehungsweise die Natur so lautstark zu Wort meldet, wie es in diesem Hitzesommer geschieht. Da täte man gut daran, nicht länger irgendwelche Influencer, sondern die eigenen Sinne einschließlich der Schweißtropfen auf der Stirn als Autorität anzuerkennen", gibt Christoph Quarch zu bedenken.
Was wir aus dem Hitzesommer 2026 lernen könnenAuch wer die "italienischen Momente" dieses Sommers genießt, muss der Realität ins Auge blicken, fordert der Philosoph. Man könne vorbeugen, zum Beispiel mit einer Wasserzisterne im eigenen Garten, mit Solarpanels auf dem Dach oder mit einer Klimaanlage im Haus. "Aber wichtiger noch dürfte es sein, etwas gegen die Ignoranz der Zeitgenossen zu unternehmen." Christoph Quarch hält es da mit den alten Griechen. Denn bereits in der Antike habe man gewusst, dass die Menschheit gut daran tue, die Natur als wichtigste Autorität anzuerkennen, ihre Signale zu achten und entsprechend zu handeln. Deshalb habe die Politik die Aufgabe, dem Klimaschutz auch dann die höchste Priorität einzuräumen, wenn viele Menschen das nicht wahrhaben wollten.
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