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Jäger spannt Drähte über Mountainbike-Trail bei Heilbronn: Gericht fällt Urteil

Дата публикации: 28-07-2026 13:04:23

Ein 61-jähriger Jagdpächter stand wegen gespannter Drähte über einem Mountainbike-Trail vor Gericht. Aus versuchtem Mord wurde am Ende ein anderes Urteil.

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Jäger spannt Drähte über Mountainbike-Trail bei Heilbronn: Gericht fällt Urteil

Stand: 28.07.2026, 15:04 Uhr

Von: Julia Cuprakowa

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Prozessauftakt gegen Jagdpächter wegen versuchten Mordes

Der Jäger hatte im Verfahren eingeräumt, die Drähte gespannt zu haben. (Archivbild) © Christoph Schmidt/dpa

Ein 61-jähriger Jagdpächter stand wegen gespannter Drähte über einem Mountainbike-Trail vor Gericht. Aus versuchtem Mord wurde am Ende ein anderes Urteil.

Ein Jäger aus dem Landkreis Heilbronn musste sich wegen gespannter Drähte über einer Mountainbike-Strecke vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf dem 61-Jährigen versuchten Mord vor. Nun steht fest, wie das Gericht den Fall bewertet hat.

Streit zwischen Jägern und Mountainbikern eskaliert vor Gericht

Der Konflikt ist in vielen Regionen bekannt: Waldbesitzer und Jäger fühlen sich durch Mountainbiker gestört, die auf schmalen Pfaden durch ihre Wälder fahren. Für die Sportler sind genau diese engen Wege besonders attraktiv.

In der Nähe von Heilbronn eskalierte ein solcher Streit jedoch massiv. Der Konflikt um einen beliebten Mountainbike-Trail endete schließlich mit einer Anklage wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht.

Im Mittelpunkt stand der sogenannte „Dachstrail“ – eine bei Mountainbikern beliebte, allerdings illegale Strecke zwischen Eberstadt und Grantschen im Landkreis Heilbronn.

Prozessauftakt gegen Jagdpächter wegen versuchten Mordes

Auf dieser Strecke bei Heilbronn wurden die Drähte gespannt. (Archivbild) © Christoph Schmidt/dpaStaatsanwaltschaft wirft Jäger versuchten Mord vor

Die Staatsanwaltschaft warf einem Jagdpächter vor, zwischen Juni und August 2024 mehrfach Drähte über den Mountainbike-Trail gespannt zu haben. Nach Ansicht der Anklage handelte es sich dabei um einen Versuch, Radfahrer gezielt zu Fall zu bringen.

Die ersten gespannten Drähte rissen beim Durchfahren, ohne dass jemand verletzt wurde. Anschließend soll der Mann einen stabileren Draht angebracht haben, der laut Anklage kaum zu erkennen gewesen sei.

Ein Mountainbiker bemerkte die Gefahr jedoch rechtzeitig und konnte noch abbremsen. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war dadurch das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt: Die Radfahrer hätten nicht mit der Gefahr gerechnet und seien arglos gewesen, schreibt die dpa.

Landgericht Heilbronn verurteilt 61-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung

Das Landgericht folgte dem Vorwurf des versuchten Mordes nicht. Es verurteilte den 61-Jährigen stattdessen unter anderem wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten.

Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt. Der Mann muss damit nicht ins Gefängnis, solange er die Auflagen des Gerichts erfüllt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Der Vorsitzende Richter erklärte bei der Urteilsbegründung, die Feststellungen aus der Hauptverhandlung hätten keinen Tötungsvorsatz erkennen lassen, wie auch die Heilbronner Stimme berichtet.

Gericht sieht keinen Mordvorsatz – aber bewusste Gefährdung

Nach Einschätzung des Gerichts sprach unter anderem gegen einen Tötungsvorsatz, dass der dickere Draht nicht an einem abschüssigen Abschnitt des Trails angebracht worden sei. Außerdem habe der Mann keinen blinden Hass gegenüber Mountainbikern gezeigt.

Trotzdem habe der Angeklagte sehr bewusst in Kauf genommen, dass Radfahrer durch seine Handlung verletzt werden könnten, so der Vorsitzende Richter.

Besonders belastend wertete das Gericht zudem, dass der Mann Selbstjustiz ausgeübt habe. „Das kann so nicht hingenommen werden“, sagte der Richter.

Angeklagter zeigt Reue und spricht von Abschreckung

Zum Prozessauftakt hatte sich der 61-Jährige reumütig gezeigt und die Taten eingeräumt. Eine Erklärung, die seine Verteidigerin verlas, enthielt seine Sicht auf den Konflikt.

Demnach sei es ihm lediglich darum gegangen, die Mountainbiker abzuschrecken und ein Signal zu setzen. Über Jahre habe er versucht, die Nutzung der Strecke auf legalem Weg zu verhindern.

„Leider kam von den Bikern auf all meine Bemühungen hin keine Reaktion“, hieß es in der Erklärung. Stattdessen sei der Trail immer intensiver genutzt worden.

Trotzdem räumte der Mann ein: Es sei „eine absolut falsche Entscheidung gewesen“, die Drähte zu spannen.

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