Der Widerstand gegen die Abschaffung der abschlagsfreien Frührente ist massiv. Nun schlägt die Rentenexpertin der SPD eine lange Übergangszeit vor. Auch das trifft auf Kritik.
Berlin. In die Debatte über die „Rente mit 63“ hat die sozialpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Annika Klose, einen neuen Vorschlag eingebracht: Sie empfiehlt eine Übergangsfrist von fünf Jahren bis zur endgültigen Abschaffung.
Die Rentenkommission hatte empfohlen, dass die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ unter Wahrung des verfassungsgemäßen Vertrauensschutzes abgeschafft werden solle.
„In Rentenfragen bedeutete dies in der Regel fünf Jahre“, sagte Klose, die selbst als eine von drei Bundestagsabgeordneten Mitglied in der Kommission war, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Eine entsprechend lange Übergangsfrist wäre auch hier geboten.“
Klose forderte zudem, dass auch bereits abgeschlossene Altersteilzeitverträge berücksichtigt werden müssten, denn diese hätten Laufzeiten von bis zu zehn Jahren. „Entsprechend ist eine Ausgestaltung mit langen Übergangsfristen sinnvoll und geboten.“
Die Vizefraktionsvorsitzende der SPD, Dagmar Schmidt, stellte sich hinter den Vorstoß: „Wenn man Änderungen an der Rente nach 45 Beitragsjahren machen sollte, dann geht das nur mit großzügigen Übergangsfristen und dem Schutz bestehender Altersteilzeitvereinbarungen“, sagte sie dem Handelsblatt.