Die Krankenhäuser in Märkisch-Oderland erhalten finanzielle Unterstützung vom Landkreis. Der Kreistag beschloss Hilfen in Höhe von insgesamt sechs Millionen Euro. Zugleich forderten mehrere Fraktionen langfristige Konzepte für die wirtschaftlich angeschlagenen Kliniken.
Mit Millionenbetrag Märkisch-Oderland sichert Zahlungsfähigkeit von Kliniken
Die Krankenhaus Märkisch-Oderland GmbH erhält finanzielle Unterstützung vom Landkreis. Der Kreistag beschloss am Dienstag einstimmig, den Klinikverbund mit 4,9 Millionen Euro zu unterstützen. Hinzu kommt ein Darlehen über 1,1 Millionen Euro mit einer Laufzeit von zehn Jahren.
Mit dem Geld soll nach Angaben der Krankenhaus Märkisch-Oderland GmbH die Zahlungsfähigkeit der Krankenhäuser gesichert werden. Zur Märkisch Oderland Gmbh gehören unter anderem die Krankenhäuser Seelow, MärkischOderland, das MVZ Märkisch-Oderland und die Fachklinik Bad Freienwalde.
Defizit von 6,6 Millionen Euro
Die finanzielle Lage des Klinikverbunds hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Nach eigenen Angaben erwirtschaftete das Unternehmen vor vier Jahren noch einen Überschuss von rund 3,8 Millionen Euro. Die Jahresbilanz 2024 habe den Angaben zufolge dagegen ein Minus von 6,6 Millionen Euro ausgewiesen.
Als Gründe nannte Geschäftsführerin Katja Thielemann steigende Personal- und Sachkosten, höhere Qualitätsanforderungen sowie den Fachkräftemangel. Zudem führe die gesetzliche Vorgabe, mehr Behandlungen ambulant statt stationär durchzuführen, zu geringeren Einnahmen. Dadurch entstünden erhebliche Erlöseinbußen, während Personal- und Infrastrukturkosten weiter anfielen, so Thielemann.
Kreistag fordert langfristige Perspektive
Trotz der einstimmigen Zustimmung zur Finanzhilfe mahnten mehrere Fraktionen eine langfristige Strategie für die Krankenhäuser an. FDP-Politiker Heiko Krause sagte in der Kreistagssitzung, es müsse geklärt werden, ob der Landkreis dauerhaft hohe Millionensummen für das System aufbringen könne. Zudem brauche es Klarheit über die Vorstellungen des Landes zur Krankenhausplanung sowie über die künftige Ausrichtung des Klinikverbunds.
Krause schlug vor, einen externen Berater einzusetzen. In der Debatte wurde von einigen Abgeordneten auch die Schließung eines Standorts als mögliche Option genannt.
Für das laufende Jahr sind die Finanzen der Krankenhäuser in Märkisch-Oderland nach dem Beschluss des Kreistags zunächst gesichert.
Mit Material von Philip Barnstorf
Sendung: Antenne Brandenburg, 24.06.2026, 14 Uhr